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KI-Szenografie

Olaf Schirm – Blick von der Felsküste

Um den Begriff KI-Szenografie zu verstehen, bediene ich mich gerne des Vergleiches mit dem Szenenbild eines Theaters: Der Produzent/die Produzentin hat ein bestimmtes Bild im Kopf, eine erdachte Stimmung, die durch das Bühnenbild, die Kostüme und Personen, das Licht, erzeugt werden soll. So gibt er/sie Anweisungen an alle Gewerke was gebaut, gemalt und genäht werden soll, welches Licht eingesetzt werden soll, etc. und wie alles zusammenhängen soll.

Einige erfolgreiche Künstler betreiben regelrechte Fertigungsstätten, in denen von den Mitarbeiter:innen und Spezialisten/Spezialistinnen die vorgegebenen Werksideen umgesetzt werden.

Manchmals liegt das an der Komplexität der Werksideen oder Werksausführungen, an speziellen Materialbearbeitungen oder Expertenwissen wie z.B. bei der Elektronik. Manchmal liegt es aber auch nur einfach an der Popularität der Künstlers/der Künstlerin und einer “industriemäßigen” Produktion von Kunst, seit Andy Warhol ist das salonfähig. Manchmal liegt es aber auch an körperlichen Beschränkungen oder einfach nur an künstlerischem Unvermögen im jeweiligen Handwerk.

Olaf Schirm – Heidefelsen im Herbst

Ich betrachte nun die künstlerische Szenografie von der positiven Seite und im speziellen Fall: wie kann ich aus einer KI das beste herausbekommen, wie von einem Team von Helfern/Helferinnen, ohne meinen künstlerischen Anspruch zu verlieren oder abzufälschen. Ich benutze dazu die digitale Malerei: Anstatt selbst zu malen, instruiere ich eine KI, die in gewisser Weise malen kann, für mich ein Motiv herzustellen. Ich erkläre der KI, wie einem Helferteam, was ich mir vorstelle. Das muss ich so genau wie möglich und so verständlich wie möglich im Begriffsraum der KI formulieren. Das Ziel ist, dass die KI das Motiv, welches ich mir vorstelle, größtenteils realisiert. Erfahrungsgemäß entstehen Konflikte und Irrtümer, falsche Interpretationen, die ich durch verbessertes Formulieren abarbeite oder gegebenenfalls als Inspiration für leichte Veränderungen an meiner Idee annehme und an ihnen weiterarbeite. Dieser Konflikt ist für mich das Werk und zudem möchte ich den Ductus des Maschinentraums, wenn und wo er mir gefällt, erhalten. Deswegen könnte ich diese Werke durch “nur” eigene Malerei nicht realisieren.

Olaf Schirm – Felsanstieg mit Bach

Ich habe mein ganzes bisheriges Leben sehr eng mit Maschinen, Robotern, Software und nun mit KI gearbeitet, erst analog, dann digital und nun neuronal und quantenbasiert. Ich bilde mir ein, viel vom “Geist in der Maschine” zu verstehen und ihn in kleinen Eigenheiten der Maschinen zu erkennen. Ich verstehe, wie ich ihn jage und mit ihm kooperieren. Man kann ihn nicht besiegen, aber man kann sich von ihm unterscheiden und mit ihm gemeinsam arbeiten.

Ähnlich wie beim Massenmarkt der modernen digitalen Musikinstrumente, massenproduziert und mit vorgefertigten “Presets” im Geschmack der Konsumenten/Konsumentinnen gefüllt, entsteht auch in der Kunst vieles aus vorgefertigten “Presets”, das ist wie Malen nach Zahlen, nett, meist unkompliziert und gefällig. Die Preset-Musik aus dem Musikinstrument klingt auch gut, zeitgemäß, und reicht für ein “Oh” im Bekanntenkreis. Ernsthaft kann sie aber durch ihre Massenverfügbarkeit nur als “Farbe für ein entstehendes Werk” verstanden werden.

KI Szenografie und KI Musik sind anders, können bei profunder Beschäftigung mit ihren Stärken und Schwächen nicht als “Preset” verwendet werden, sind selten “nett”, sondern meist verstörend oder einfach nur albern. Das liegt an einem unvollständigen oder falschen Verständnis der KI über die anzuwendenen oder zu brechenden ästhetischen Prinzipien von menschgemachter (hand made) “tiefer” Kunst.

Um es kurz zu machen: Meine Vorgehensweise ist es, digitale Malerei zu erzeugen, mit Hilfe von einer KI, die nach meinen Angaben das Werk erstellt. In diesem Werk sind bei dessen Entstehung Fehler oder Irrtümer erlaubt, die werden von mir beurteilt und (selten) in die Werksentstehung mit einbezogen oder (meist) verworfen. Alle von mir erstellten Szenografien haben lange Rechenzeiten hinter sich, unzählige Versuche mit Frustration und Abbruch, Neubeginn und Euphorie. An dem Punkt, an dem die KI “versteht” was ich ausdrücken möchte, beginnt der Verfeinerungsprozess, dann lasse ich sie aus diesem Verständnis lernen und sich dem Endresultat weiter annähern, impovisieren, variieren. Ich verstehe, dass die KI niemals meiner Vorstellung hundertprozentig entsprechen wird, sie wird immer “durchscheinen”, aber das ist letztlich genau das, was ich will: ein Hauch von Einblick in den “Geist in der Maschine”.

Alle Szenografie-Werke von mir sind Unikate, sie werden nur ein einziges Mal auf physischem Material ausbelichtet, auf Leinwand, Acryl, Fin Art Papier oder Alu-Dibond. Sie sind ausdrücklich nicht digital oder gar als NFT Kunst erhältlich.

Ich arbeite an vier Serien mit der KI:

  1. Hommage (KI ist trainiert auf Düsseldorfer Romantik und Karlsruher Naturalismus, Maler wie mein Urgroßvater C.C.Schirm und deutsche und norwegische Zeitgenossen)
  2. Zitate (KI verarbeitet ein Zitat in einem vorgegebenen Malstil)
  3. Songtitel (KI verarbeitet Songtitel und ergänzende Schlüsselworte aus en Lyrics in einem vorgegebenen Malstil)
  4. Poetische Momente (Freestyle, ausgehend von “happy accidents” bei der Arbeit an anderen Werken)
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